Ente, Ente, Gans: Spielregeln, Varianten und faire Runden

Ente, Ente, Gans (Duck, Duck, Goose) ist ein Fangspiel im Kreis für kleine Kinder. Ein Kind geht außen um den Kreis herum, tippt Köpfe an und sagt „Ente“, bis es „Gans“ sagt und losrennt. Ihr braucht dafür nur Platz, und das Spiel ist in Kitas, Schulen und auf Partys sehr beliebt. Hier findet ihr die Regeln, die wichtigsten Varianten und einen einfachen Weg, wie jedes Kind an die Reihe kommt.

Was ihr braucht

  • Mindestens 6 Mitspieler, am besten 8 bis 20.
  • Genug freie Fläche, um um einen sitzenden Kreis herumzulaufen: einen Saal, eine Turnhalle oder eine Wiese.
  • Einen Erwachsenen, der das Spiel startet und auf die Sicherheit achtet.

So wird gespielt

  1. Setzt euch in einen Kreis. Alle sitzen mit dem Gesicht zur Mitte und lassen etwas Abstand zueinander.
  2. Bestimmt den ersten Läufer. Ein Kind ist dran und geht außen um den Kreis herum.
  3. Ente, Ente ... Der Läufer tippt nacheinander sanft auf jeden Kopf und sagt jedes Mal „Ente“.
  4. Gans! Irgendwann tippt der Läufer einen Kopf an und sagt „Gans“. Die Gans springt auf und jagt den Läufer um den Kreis.
  5. Wettlauf zur Lücke. Der Läufer versucht, einmal ganz herumzurennen und sich auf den leeren Platz der Gans zu setzen, bevor er abgeschlagen wird.
  6. Nächste Runde. Schafft es der Läufer auf den Platz, wird die Gans zum neuen Läufer. Schlägt die Gans den Läufer ab, ist der Läufer noch einmal dran. In manchen Gruppen setzt er sich stattdessen in die Mitte, in den „Topf“ (mush pot), bis ein anderer gefangen wird.

Varianten

  • Ente, Ente, graue Ente (Duck, Duck, Gray Duck): die Version aus Minnesota, bei der der Läufer Farben nennt („rote Ente, blaue Ente“) und „graue Ente“ das Signal zum Losrennen ist.
  • Tropf, Tropf, Platsch (Drip, Drip, Drop): eine Sommerversion mit einem Becher Wasser; der Läufer lässt auf jeden Kopf ein paar Tropfen fallen und gießt den Rest über die Gans.
  • Tierlaute: Statt Wörtern macht der Läufer Tierlaute, und ein vorher vereinbarter Laut heißt: loslaufen.
  • Gehen statt rennen: In kleinen Räumen oder mit sehr kleinen Kindern wird bei der Jagd schnell gegangen, gehüpft oder gekrabbelt.
  • Plumpsack: ein älterer Verwandter des Spiels, bei dem der Läufer statt eines Wortes ein Taschentuch hinter einem Kind fallen lässt.

Das Fairness-Problem: Wer wird gewählt?

Der Läufer bestimmt die Gans, und Kinder wählen gern ihre Freunde. Deshalb kommen manche Kinder immer wieder dran, während andere warten. Selbst wenn jede Wahl zufällig wäre, würde es lange dauern, bis alle einmal dran waren, weil dasselbe Kind zweimal gewählt werden kann. Im Durchschnitt:

Runden, bis jedes Kind einmal gewählt wurde (Durchschnitt): bei reiner Zufallswahl und mit der Regel „keiner zweimal“
KinderZufälligMit Regel
10etwa 259
15etwa 4614
20etwa 6719
25etwa 9124

Das ist das Sammelbilderproblem (coupon collector): Die letzten Kinder kommen viel später dran, als man erwarten würde. Eine einfache Hausregel hilft: Wer schon die Gans war, schlägt die Beine übereinander (oder legt eine Hand auf den Kopf), und der Läufer darf nur Kinder wählen, die noch nicht dran waren. So kommt jedes Kind einmal dran, bevor jemand zum zweiten Mal gewählt wird.

Den ersten Läufer bestimmt ihr fair mit dem Namen-Zufallsgenerator, oder ihr lest in unserem Ratgeber, wie ihr Schüler zufällig auswählen könnt.

Sicherheitstipps

  • Nur sanft antippen, oben auf den Kopf oder auf die Schulter.
  • Lasst rund um den Kreis eine breite Laufbahn frei und haltet Taschen und Stühle davon fern.
  • Auf rutschigem Boden wird bei der Jagd nur schnell gegangen.
  • Haltet die Runden kurz, damit niemand lange still sitzen muss.

Ähnliche Spiele

Weitere Kreisspiele ohne Material sind Heiße Kartoffel und die Reise nach Jerusalem. Ideen mit Zufallsauswahl für den Unterricht findet ihr bei unseren Klassenspielen.

Für ein Laufspiel mit mehr Fangen schaut euch unsere Regeln für Fangen an, mit Versteinern und einer fairen Art, den Fänger zu bestimmen.

Woher das Spiel kommt

Ente, Ente, Gans ist ein traditionelles Kinderspiel, und niemand weiß genau, wer es erfunden hat. Ältere Fangspiele im Kreis wie das Taschentuchspiel Drop the Handkerchief wurden in vielen Ländern gespielt, und ähnliche Spiele gibt es weltweit in vielen Kulturen.

Für ein Kreisspiel, bei dem alle stehen und sich an den Händen halten, probiert Katz und Maus: Dort geht die Jagd in den Kreis hinein und wieder hinaus.

FAQ

Wie spielt man Ente, Ente, Gans?

Die Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind geht herum, tippt Köpfe an und sagt Ente, dann sagt es Gans. Die Gans jagt den Läufer, der versucht, sich auf den freien Platz zu setzen, bevor er abgeschlagen wird.

Wie viele Mitspieler braucht man?

Am besten mindestens 6, und gut funktioniert das Spiel mit 8 bis 20 Kindern.

Was passiert, wenn die Gans den Läufer abschlägt?

Meist ist der Läufer noch einmal dran. In manchen Gruppen setzt er sich in die Mitte, in den Topf, bis ein anderer Läufer gefangen wird.

Wie sorgt man dafür, dass jedes Kind drankommt?

Mit einer Regel ohne Wiederholung: Kinder, die schon die Gans waren, schlagen die Beine übereinander, und der Läufer darf nur Kinder wählen, die noch nicht dran waren.

Was ist Duck, Duck, Gray Duck?

Die Version des Spiels aus Minnesota, bei der der Läufer farbige Enten aufzählt und graue Ente das Signal zum Losrennen ist.

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