Pantomime Spiel Regeln: Handzeichen, Begriffe und Geschichte
Pantomime, auch Scharade genannt, ist das Partyspiel, bei dem eine Person einen Begriff oder Titel ohne Worte darstellt und alle anderen ihre Tipps durcheinanderrufen. Du brauchst kein Spielbrett, keine Karten und keinen Bildschirm, es klappt in jedem Alter, und je länger ihr spielt, desto lauter und lustiger wird es. Hier findest du die Regeln, die klassischen Handzeichen, Begriffe für jedes Niveau und die überraschend literarische Geschichte des Spiels.
Die Regeln in einer Minute
- Bildet zwei Teams. Ein Münzwurf entscheidet, wer anfängt.
- Eine Person aus dem Startteam bekommt einen geheimen Begriff, eine Redewendung oder einen Titel (vom anderen Team aufgeschrieben oder zufällig gezogen).
- Sie hat eine festgelegte Zeit, meist eine bis drei Minuten, um das eigene Team dazu zu bringen, die Lösung genau auszusprechen. Nicht reden, keine Wörter mit den Lippen formen und nicht auf Gegenstände zeigen, die die Lösung verraten.
- Errät das Team den Begriff rechtzeitig, bekommt es einen Punkt. Dann ist das andere Team dran, und eine neue Person stellt dar.
- Spielt eine vereinbarte Zahl von Runden oder so lange, bis jede Person mindestens einmal dargestellt hat. Die meisten Punkte gewinnen.
Für eine entspannte Runde mit kleinen Kindern lasst ihr Teams und Zeitlimit einfach weg: Wer zuerst richtig rät, ist als Nächstes dran.
Die klassischen Handzeichen
Diese Zeichen sind keine offiziellen Regeln, aber die meisten Gruppen nutzen sie, und sie ersparen euch eine Menge hektisches Herumfuchteln. Sprecht sie vor dem Start ab.
Zeichen für die Kategorie
- Film: neben dem Kopf die Kurbel einer altmodischen Filmkamera drehen.
- Buch: die Handflächen aneinanderlegen und dann wie ein Buch aufklappen.
- Lied: so tun, als würdest du singen, und dabei eine Hand vom Mund weg nach vorn bewegen.
- Fernsehsendung: ein Rechteck als Bildschirm in die Luft zeichnen.
- Theaterstück: an einer unsichtbaren Vorhangschnur ziehen.
- Redewendung oder Zitat: mit je zwei Fingern beider Hände Anführungszeichen in die Luft malen.
Zeichen für Wörter und Silben
- Anzahl der Wörter: so viele Finger hochhalten.
- Welches Wort du gerade darstellst: wieder Finger hochhalten, zum Beispiel zwei Finger für das zweite Wort.
- Anzahl der Silben: so viele Finger auf den Unterarm legen.
- Klingt wie: am Ohrläppchen ziehen und dann ein Wort darstellen, das sich reimt.
- Kleines Wort (ein, der, von): Daumen und Zeigefinger dicht aneinanderhalten.
- Länger oder kürzer: die Hände auseinanderziehen oder zusammenschieben, um eine längere oder kürzere Form des geratenen Worts zu verlangen.
- Richtig: an die Nase tippen und auf die Person zeigen, die es gesagt hat.
Begriffe nach Schwierigkeit
Leicht (kleine Kinder)
Katze, Elefant, Schwimmen, Zähneputzen, Regen, Geburtstagskuchen, Fußball, Schlafen, ein Schneemann, ein Affe, einen Drachen steigen lassen, Spaghetti essen.
Mittel (ältere Kinder und Familien)
Achterbahn fahren, ein Stau, Pizza backen, mit einem Hund Gassi gehen, der zu stark an der Leine zieht, ein Superheld, Zelten, ein Spukhaus, Fahrradfahren lernen.
Schwer (Jugendliche und Erwachsene)
Bekannte Film-, Buch- und Liedtitel, die eure Gruppe kennt, Sprichwörter wie „Morgenstund hat Gold im Mund“, Berufe wie Fluglotse und abstrakte Begriffe wie Eifersucht oder Nostalgie.
Begriffe und Spieler zufällig auswählen
Zwei Dinge bremsen einen Pantomime-Abend aus: Streit darüber, wer dran ist, und fehlende Ideen. Eine Zufallsauswahl löst beides.
- Wer als Nächstes darstellt: Gib alle Namen in den Namen-Zufallsgenerator ein und dreh. Drück nach jeder Auswahl auf „Entfernen und drehen“, damit niemand zweimal dran ist, bevor alle einmal an der Reihe waren.
- Was dargestellt wird: Tipp eine Liste mit Begriffen in das Glücksrad und lass das Rad entscheiden. Halte den Bildschirm vor dem Drehen so, dass die Ratenden ihn nicht sehen.
- Welche Kategorie: Schreib Film, Buch, Lied, Fernsehen und Tier auf das Rad, und schon habt ihr eine schnelle gemischte Runde.
Derselbe Trick funktioniert auch bei anderen Spielen für den Kindergeburtstag und bei Klassenspielen mit Zufallsauswahl.
Eine kurze Geschichte der Scharade
Das englische Wort charade kam im 18. Jahrhundert aus dem Französischen ins Englische. Seine Herkunft ist unsicher; eine Vermutung führt es auf das provenzalische charrado zurück, ein Plaudern oder Gespräch.
Die ersten Scharaden wurden überhaupt nicht dargestellt. Es waren Rätsel in Worten oder Versen: Jede Silbe der Lösung wurde in einer verschlüsselten Zeile umschrieben, danach das ganze Wort. Jane Austen verwendet eine in Emma (1815): Mr Elton schreibt dort eine Scharade, deren Lösung „courtship“ (Brautwerbung) lautet, zusammengesetzt aus „court“ und „ship“.
Im 19. Jahrhundert waren gespielte Scharaden zu einer beliebten Unterhaltung auf Landsitzen geworden, meist mit Dialogen, Kostümen und kleinen Szenen, eine für jede Silbe und eine letzte für das ganze Wort. In Charlotte Brontës Jane Eyre (1847) stellen Mr Rochester und seine Gäste das Wort „Bridewell“ dar. William Makepeace Thackeray gab einem Kapitel von Jahrmarkt der Eitelkeit (1847 bis 1848) den Titel „In Which a Charade Is Acted Which May or May Not Puzzle the Reader“ (etwa: in dem eine Scharade gespielt wird, die den Leser vielleicht verwirrt, vielleicht auch nicht).
Die stumme Version mit Handzeichen, die heute die meisten spielen, kam erst später. Fernsehshows, die darauf aufbauten, etwa die britische Sendung Give Us a Clue, machten sie zu einem Spiel, das jede Familie kennt.
Tipps für bessere Runden
- Stell zuerst den großen, offensichtlichen Teil dar. Bei „Harry Potter“ bringen ein Zauberstab und eine Brille mehr als das Wort „Harry“.
- Nimm „Klingt wie“, wenn sich ein Wort einfach nicht darstellen lässt. „Rat“ ist schwer, „Rad“ ist leicht.
- Ratende: Ruft alles rein, was euch einfällt. Falsche Tipps zeigen der darstellenden Person, was ankommt und was nicht.
- Lasst jüngeren Spielern großzügig Zeit und stellt für Erwachsene ein strenges Zeitlimit ein.
Lieber zeichnen als darstellen? Dasselbe Prinzip mit Teams und Zeitlimit funktioniert auch bei Pictionary, gespielt mit Papier und einer Begriffsliste.
FAQ
Was sind die Grundregeln beim Pantomime-Spiel?
Reihum stellt eine Person einen geheimen Begriff, eine Redewendung oder einen Titel ohne Worte dar, und ihr Team versucht, ihn innerhalb eines Zeitlimits zu erraten. Jeder richtig erratene Begriff bringt einen Punkt, und das Team mit den meisten Punkten gewinnt.
Was ist bei Pantomime das Handzeichen für „klingt wie“?
Zieh an deinem Ohrläppchen und stell dann ein Wort dar, das sich auf das gesuchte Wort reimt oder ähnlich klingt.
Wie zeigt man bei Pantomime die Anzahl der Wörter?
Halte für jedes Wort der Lösung einen Finger hoch. Danach hältst du wieder Finger hoch, um zu zeigen, welches Wort du gerade darstellst.
Darf man bei Pantomime reden oder Wörter mit den Lippen formen?
Nein. Die darstellende Person darf nicht reden, keine Wörter mit den Lippen formen und nichts buchstabieren. Erlaubt sind nur Gesten, Pantomime und die vereinbarten Handzeichen.
Woher kommt das Wort „charade“?
Es kam im 18. Jahrhundert aus dem Französischen ins Englische. Seine Herkunft ist unsicher, und eine Vermutung ist das provenzalische Wort charrado, das so viel wie Plaudern bedeutet. Die ersten Scharaden waren Worträtsel und keine Spiele zum Darstellen.